Im Urlaub Tierfreund sein

Heute habe ich einen Gastbeitrag für euch. Unser Freund Klaus war auf Malta, hat ein Tierheim vor Ort besucht und für uns alle seine Eindrücke festgehalten. Viel Spaß beim Lesen und am Besten gleich im nächsten Urlaub nachmachen.


Mein Besuch des Tierheims der AAA (Association for Abandoned Animals) im Mai 2017

Das maltesische Volk ist als streng katholisch bekannt. Dort hat jedes Dorf eine große und reich ausgeschmückte Kirche, deren Bau meistens von den Bewohnern selbst finanziert wurde. Nicht nur das, viele Malteser gehen jeden Tag in die Kirche – zum Teil auch mehrfach. Daher könnte man jetzt annehmen, dass ihnen die Werte wie Nächstenliebe und Mitgefühl auch in Bezug auf Tiere bekannte Begriffe sind. Davon ist leider wenig zu spüren. Zwar ist es mittlerweile durch den EU-Beitritt so gut wie verboten, auf Zugvögel zu schießen und dennoch hört man hier und da eindeutige Schüsse. Die für die Jagd eingesetzten Hunde werden unter jämmerlichen Bedingungen gehalten und oft „entsorgt“, wenn sie alt und nicht mehr einsetzbar sind. Oft liegen an den Straßenrändern angefahrene Hunde und Katzen, die von vielen Maltesern nicht beachtet und ihrem Schicksal überlassen werden.


Da tut es dann doch gut, zu hören, dass es Organisationen wie die der SPCA Malta, der AAA Malta und viele Tierheime gibt, die sich dieser armen Kreaturen annehmen. Und sie haben gut zu tun.

Schon vor meinem Urlaub setzte ich mir das Ziel, die Tierauffangstation der AAA in der Stadt Hamrun zu besuchen. Nach freundlichen Kontakten zur Organisation und meinen Urlaubsvorbereitungen ging es endlich los. Zunächst war es gar nicht so einfach, das Tierheim zu finden. Mein Taxifahrer musste Rosalind (eine der vielen für die AAA ehrenamtlich Arbeitenden) gleich mehrfach anrufen und sich leiten lassen. Das war nicht so einfach, weil die Straßen im Industriegebiet Marsa (dort befindet sich die Station) keine Namen tragen.

Der erste Anblick des Tierheims hat mich zunächst etwas erschreckt: Engmaschige Gitter, Betonböden und das Gebell von 80 Hunden nebst ausbesserungsfähigem Interieur. Es sind eben kleine Mittel, die vor Ort zur Verfügung stehen. Aber schnell wurde ich eines Besseren belehrt. Keiner der Hunde war verhaltensauffällig, alle sprangen fröhlich an mir hoch und beschnupperten mich schwanzwedelnd. Rosalind (trotz des urdeutschen Namens eine waschechte Malteserin) freute sich – wie auch die Hunde – sichtlich über meinen Besuch.

Zum Zeitpunkt meiner Anwesenheit hatten die großen Hunde Auslauf. Wenn die großen Hunde in ihre Gehege zurückkehren, bekommen die kleinen Hunde ihre Türen geöffnet. So ist für jeden Hund der Auslauf garantiert. Der Betonboden wird der Hitze wegen stets mit Wasser nassgehalten. Besonders rührend fand ich ein Gehege, in dem eine Hündin mit ihrem nicht mehr ganz so jungem Welpen lebt. Rosalind hofft, dass man irgendwann beide zusammen vermitteln kann, denn die beiden scheinen unzertrennlich zu sein.

Als ich sah, wie fröhlich und munter die Lakritznasen waren, verging jegliche Sekpsis. Kein einziger Hund schien mir traurig oder deprimiert zu sein. Hinzu kommt, dass alle Freiwilligen sehr liebevoll mit den Vierbeinern umgehen.

Am Schluss habe ich meinen gut gefüllten Rucksack ausgepackt und die mitgebrachten Leckerchen übergeben. Im Gegenzug habe ich sogar zwei Dinge aus dem Tierheim mitgenommen – erstens ein sicheres Gefühl, dass es den Hunden trotz dürftiger Bedingungen gut geht und zweitens einen kleinen Riss in meiner Jeans, den ich mir an einem hervorstehenden Drahtende eingefangen habe. Dieses Loch trage ich ab sofort als eine schöne Erinnerung an einen lohnenswerten Besuch bei engagierten Leuten, die sich um rundum fröhliche Hunde kümmern.


An dieser Stelle schonmal: Danke Klaus für deinen Besuch und deine Unterstützung vor Ort! Wir hoffen, dass sich viele Menschen anstecken lassen und in ihrem Urlaub die Tierschützer vor Ort unterstützen!

Nachruf

Heute verabschieden wir einen treuen Begleiter und Freund unseres Tierheimlädchens.

Aus Schutz der Privatsphäre werden wir keinen Namen nennen, aber wir möchten öffentlich DANKE sagen.

DANKE für deine Freundschaft zu Mensch und Tier,
DANKE für deine Herzlichkeit,
DANKE für deine Hilfsbereitschaft!

Lasst uns gemeinsam dankbar sein, für all diese Menschen, die bei ihrem Gehen ein besseres Stück Welt verlassen!

Rumänien 2016 Tag 4

Heyho,

der letzte Tag ist auch vorüber :-(
Wie gehabt, der Tag begann am Haus und mit Sonnentanken der Haushunde. Hier wieder vier Hunde, die hier leben und es sich gut gehen lassen:

Depardieu, Depardieu, Depardieu… Wir sind zu ihm rein zum Fototermin. In einer Gehegeecke kam er richtig schön zur Ruhe und hat mit uns gekuschelt. Er legte sich hin, ließ sich überall krabbeln und genoss die Zuwendung. Er ist wirklich ein bildschöner Hund. Mittags zog dann die sanfte, große, grau-silbrige Hündin aus meinem gestrigen Beitrag bei ihm ein. Das hat echt klasse funktioniert. Zusammen ist es für die beiden jetzt viel schöner.

Levente war da! Levente transportiert die Hunde von hier nach Deutschland. Manchmal bekommt er aus Deutschland Spenden mit zurück. So war es auch jetzt. Wir haben den vollen Transporter ausgeladen und hinterher die Handtücher und Decken im Textil-Container sortiert. Da sind echt eine Menge toller Spenden zusammen gekommen.

Netz_1149Dora und Clueso haben uns die letzten Tage aus ihrem Gehege heraus angestrahlt. Heute sind wir endlich zu ihnen rein. Die beiden sind so lieb. Wir haben hier lange gekuschelt und Clueso ein bisschen gebürstet.

Agent Schnucki ist eine Staffordshire Terrier Hündin. Sie ist schon länger hier im Tierheim und darf auf Grund ihrer Rasse in Deutschland nicht einreisen. Wir haben hier eine liebe Hündin kennengelernt, die es genießt ein bisschen runter zu kommen. Ich mag sie sehr gerne.

Welpenalarm! Wir haben ein paar Welpen fotografiert. Wusel-, Knutsch- und Spielzeit war natürlich mit dabei. So wie es sich für Hundebabys gehört.

Wir waren mit Bruno spazieren. Bruno ist mein Patenhund und in seinem Gehege leider total gestresst. Am Gehegezaun dreht er momentan völlig durch. Seine Stütze ist Czilla. Sie sagte, er sei wie sie, in dem kleinen Raum ist er panisch, wenn er spazieren geht, kommt er runter. Keine 5 Meter vom Tierheim entfernt, lief da ein anderer Hund mit uns mit. Es war schön, ihm ein bisschen Ruhezeit geben zu können. Ich wünsche mir für ihn so sehr, dass er sich nicht mehr so stresst.

Wir haben hier übrigens nicht nur Hunde kennengelernt und lieb gewonnen. Über die Wintermonate wohnt Siras im großen Auslauf des Tierheims. Er mag sehr gerne Äpfel und Möhren und ist den Hunden gegenüber total relaxt. Wenn die Auslaufhunde ihn ab und an ausbellen stört ihn das ganz und gar nicht. Seine Geschichte könnt ihr hier lesen.

Netz_5573_nZum Abschluss durfte ein Gruppenfoto nicht fehlen. Wir wollen nämlich gemeinsam Danke sagen, für die riesige Spendensumme, die ihr mit uns auf die Beine gestellt habt. Von links nach rechts: Maren und Anna mit Rex, Janin mit Lunis, Sabine mit Zauselotte und Meli mit Sky und Linvah. Wir alle sagen DANKE!

Netz_1234Der von euch bezahlte Kies wird im Tierheim in Haufen aufgeschüttet. Die Arbeiter holen dann nach und nach ein paar Schubkarren weg und verteilen sie auf die Gehege. So können Matsch-Ebenen eliminiert werden und gegrabene Löcher gestopft werden. Auch mit diesem Foto sagen wir Danke für die Möglichkeit neuen Kies zu ordern! Auf dem Kiesberg seht ihr von links nach rechts: Meli, Janin, Maren, Bundas, Anna und Sabine.

Netz_1247An dieser Stelle muss man ein riesiges Lob aussprechen: Meli und Sabine haben hier einen wundervollen Ort auf die Beine gestellt. Sie leisten jeden Tag hervorragende Arbeit, sie kennen hier jeden Hund mit seinen Besonderheiten und machen das Leben für hunderte tolle Seelen besser. Zieht euren Hut vor diesen Mädels. Es war uns eine Ehre euch ein paar Tage zu begleiten!

Wir werden die Zeit hier echt vermissen. Jeder Tag war vollgepackt mit neuen Geschichten und Begegnungen. Wir nehmen auf dem Heimweg sehr viele Hunde im Herzen mit nach Hause.

Viele Grüße
Anna

Rumänien 2016 Tag 3

Hallo zusammen,

unser dritter Tag hier in Miercurea Ciuc ist auch vorbei. Es ist wieder Zeit für einen Tagebucheintrag. Der Tag begann wie immer am Haus. Schon morgens kam die Sonne heraus und lud die Haushunde zum Entspannen ein. Auf dem Bild seht ihr Cordy (vorne rechts), Rex (hinten rechts), Linvah (vorne links) und Zauselotte (hinten rechts). Und Janin ganz rechts ;-)

Netz_0604Heute zeigen wir euch wieder vier Hunde vom Haus, alle vier schmusebedürftig. Menocino ist bekannt als der Welpenversteher, Cordy ist ein kleines, liebes Igelchen, Zauselotte kam von einer Futterstelle ins Tierheim und Livnah ehemals aus Slatina. Bei Linvah kann man sich nicht vorstellen, wie sie zu Anfangs ausgesehen hat. An ihr konnte man gut erkennen, was Slatina für ein schlimmer Ort war. Ihr könnt ihre ersten Bilder hier sehen.

Nachdem wir Halsbänder sortiert haben (nach klein, mittel und groß) sind wir mit Bürsten und Scheren zu Funny und Fitzko. Ihr Fell liebt Filz. Vor allem bei Funny muss einiges runter. Wir werden morgen weiter machen. Die beiden großen Schmusebären haben die Zuneigung jedenfalls genossen.

Netz_0621Wir hatten einen Fotoauftrag. Die Welpengruppe um Lakritz (Man merkt sie sich sofort wegen ihrem auffallendem Gesicht) sollte neue Bilder bekommen. Also rein mit uns in die Wuselstube. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir wurden von oben bis unten beschlabbert, beklettert und beschmust. Das schönste Gefühl?!? Wenn die Welpis neben einem zur Ruhe kommen. Im Gehege ist auch Herpin, ein junger Hund aus Slatina, der zunächst sehr schüchtern war. Da merkt man nicht mehr viel von. Er kam direkt auf uns zu und erfreute sich über Leckerchen.

Wir haben auch mit unserem Geschirrtraining weiter gemacht. Allerdings ist Meli definitiv geübter und talentierter dabei. Während wir zig Leckerchen und guten Willen nutzten um die Skepsis vor dem Geschirr zu lösen, war Meli in wenigen Minuten erfolgreich. :yahoo:   Nahani fand das Geschirr zwar etwas gruselig, aber machte sich für die erste Erfahrung in dem Geschirr echt prima. Weiter so, Nahani!

Netz_0615Wir haben noch Struppi, Meg und Sabine besucht. Bei Sabine wusste man eine Zeit lang nicht, ob sie überhaupt noch da war. Sie war nur versteckt und ängstlich. Davon ist nichts mehr zu sehen. Sabine blieb als wir ins Gehege kamen. Sie nahm zusammen mit Meg Leckerchen aus der Hand, ging dann aber wieder etwas auf Abstand. Wir waren sehr überrascht, weil wir für sie immerhin völlig Fremde waren.

Emerica kenne ich noch aus dem letzten Jahr. Wir haben eine Schmuseeinheit bei ihr verbracht.

Im ersten Gehege in Zone 1 ist Partytime. Vier total lustige Hunde, die alle gleichzeitig Schmusen, Knutschen und beklettern wollen. Wer gute Laune braucht, geht hier rein. Da ist sie garantiert.

Zuletzt haben wir eine recht neue Hündin besucht. Sie heißt Faha. Wenn sie an einem hoch springt, tut sie das so zart, dass man denkt, sie wäre hätte zwei Kissen als Pfoten. Trotz ihrer Größe ist sie so schön sanft. Da warten einige Schmusekilos aus kraulende Hände. Achtung: Verliebegefahr!

Das war es für heute, morgen gibt es wieder mehr.
Leider ist für uns morgen auch schon der letzte Tag im Tierheim.
Wir werden die Tage hier sicherlich sehr vermissen.

Liebe Grüße
Anna

Rumänien 2016 Tag 2

Hallo ihr Lieben,

der zweite Tag hier in Miercurea Ciuc liegt hinter uns. Auch heute ist viel passiert. Wie immer begann unser Tag am Haus. Hier zeigen wir euch weitere vier Hunde, die am Haus leben.

Ein besonderer Fund bewegte uns heute. Ein sehr lieber Arbeiter, der für die Welpen zuständig ist, pflegt einen richtigen Notfall. Dieser kleine Bube wurde auf einem Spielplatz, in einer Plastiktüte im Müll gefunden. Er ist erst ein paar Tage alt, hat die Augen noch nicht geöffnet und ist bisher ganz tapfer. Wir hoffen so sehr, dass er durch kommt. Was für Menschen machen so etwas?!?

Netz_0157Wir versuchen Nahani und Melango ein Geschirr näher zu bringen. Sie sind sehr lustig drauf und freuen sich um die zahlreichen Leckerchen die sie sich erarbeiten können. Nahani konnte ich letztes Jahr bereits kennenlernen. Eine süße Maus und sie hat einen bildhübschen Partner an ihrer Seite.

Auch Kin wird ein bisschen an das Geschirr gewöhnt. Am Zaun macht er richtig Theater. Wenn man im Gehege ist, ist er richtig kuschelig und lieb. Wunderschön dazu. Auch ihn kenne ich noch aus dem letzten Jahr. Es wird Zeit für ein Zuhause für Kin.

Hier noch ein paar Hunde, die wir auf unserem Rundgang kennenlernen durften.

Wendelin kenne ich auch noch aus dem letzten Jahr. Der blinde Rotti-Mix wartet so sehr auf Schmuseeinheiten. Er liebt Kraulerei durch und durch und genießt es wenn jemand da ist. Wir haben ihn sehr lieb gewonnen.

Auch Dobri genießt Streicheleinheiten. Seine Freunde sind noch etwas zurückhaltender, aber neugierig. Gegen Leckerchen hat hier sowieso niemand etwas einzuwenden :-)

Ein richtiger Kuschelbär ist Jeschua. Er ist so wunderschön! Bauchkraulen fand er besonders klasse. Er steht ganz oben auf meiner Wunschliste für ein tolles Zuhause!

Jeschuas Freunde sind noch etwas zurückhaltend. Leider kenne ich nur von einem einzigen den Namen: Neal. Er kam auch aus Slatina und hatte bei seiner Ankunft nicht mehr wirklich viel Fell. Sein Bild hatte sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Nie im Leben hätte ich geglaubt, dass aus ihm so ein wunderschöner Hund wird.

Morgen geht es weiter. Wir sind ganz gespannt, was noch auf uns zu kommt. Eins ist klar: Es wird eine ganze Menge sein.

Viele Grüße
Anna

Rumänien 2016 Tag 1

Hallo ihr Lieben,

unser erster Tierheimtag liegt hinter uns. Während ich diese Zeilen tippe und die Bilder durchforste, lasse ich den ganzen Tag Revue passieren. Eigentlich muss dieser Tag mehr als 24 Stunden gehabt haben. Ob es Meli und Sabine wohl jeden Tag so geht? Wir sind es nicht gewohnt, dass innerhalb eines Tages so viel passiert.

Netz_9697Nachdem wir unsere Leckerchenration im Supermarkt aufgestockt haben, sind wir los ins Tierheim. Erstmal haben wir uns ein paar Momente am Haus eingefunden. Hier lebt eine größere Hundegruppe. Wir wurden sehr herzlich mit vielen Hundeküssen begrüßt :heart: Hier exemplarisch vier der Hunde, die am Haus leben.

Im Anschluss hat uns Sabine mit einem Rundgang viele Tiere näher gebracht. Es ist schwer sich alle einzuprägen und wir konnten auch bei weitem nicht alle Hunde richtig besuchen. Dafür sind es einfach zu viele. In mein Herz geschlossen habe ich auf jeden Fall Anatol und Ma-mu, die am Tierheim leben. Sie blicken irgendwie idyllisch auf die abgetragene Mülldeponie ums Tierheim, die sich in sehr dramatischen Abgründen und Klippen zeigt. Wenn ich sie sehe, zieht irgendwie ein Gefühl der Ruhe durch mich durch.

Das Tierheim ist in Zonen eingeteilt. In Zone 1 wurde gerade das Essen für alle Hunde vorbereitet. Hierfür wird Trockenfutter mit Essen gemischt, dass aus dem örtlichen Gefängnis abgeholt wird. Auf unserem Rundgang in Zone 1 hatten wir übrigens professionellen Begleitschutz. Zahlungsart: Leckerchen ;-)

Hier exemplarisch ein vier Hunde, die wir auf unserem Rundgang getroffen haben.

Wisst ihr was toll ist? Ich habe Bumblebee getroffen. Letztes Jahr kam sie betäubt mit einem Hundefänger ins Tierheim und wir konnten ihre ersten Schritte im Tierheim begleiten. Aus ihr ist eine klasse Hündin geworden. So stolz wie sie jetzt ist, ist nichts mehr von dem armen Wesen geblieben, dass ich letztes Jahr kennenlernen konnte.

Nach dem Rundgang folgte unsere erste Aufgabe: Finch brauchte eine neue Frisur. Ihn zierten Filzplatten, die sich wie ein Manetel um ihn legten. Auf einem Bild könnt ihr den Fellhaufen sehen, von dem wir ihn befreien konnten, Finch hat sich demonstrativ daneben gelegt. Es hat einige Stunden gedauert. Zwischen dem Schnuppern musste nämlich viel Zeit für Gesichtsküsse, Kuscheleinheiten und glückliche Seufzer eingeräumt werden. Hinterher entpuppte sich ein wunderschöner Hund, fotogen, zum Verlieben.

Finch wohnt übrigens mit Taraji zusammen. Sie hat bei seiner Fellpflege zugesehen und sich von uns entspannt kraulen lassen. Dabei ist sie sogar einmal kurz eingeschlafen. Eine so süße Hündin, die zwischendurch echt cool rumgezockt hat, aber auch wieder runterfahren konnte.

Danach haben wir uns in ein Gehege gesetzt, in dem Hunde aus der ehemaligen „Hundehölle Slatina“ wohnen. Wer mag, kann Slatina googlen, aber es werden keine schönen Bilder sein. Diese vier hier sind Teil einer Vielzahl von Hunden, die Brunopet aus diesem Tierheim übernahm. Die vier sind etwas zurückhaltender, aber wir konnten als Fremde sogar Streicheleinheiten an ein paar der Hunde verteilen. So wunderschöne Hunde. Wie kann man solchen Geschöpfen nur weh tun… Gut, dass sie jetzt hier sind. Jetzt ist ihre Welt in Ordnung.

Welpen durften heute natürlich auch nicht fehlen. Eine eher schüchterne Mami mit 5 wuseligen Fellbabys, 2 Mädels, 3 Jungs. Sie sind ca. einen Monat alt und so süß tollpatschig. Ihnen zuzusehen wie sie die Welt kennenlernen, alles ausprobieren, beim Spielen miteinander kugeln,… Das macht das Leben gleich schöner. Einfach herzig!

Heute kam ein neuer Hund an. Seine Besitzer sind wohl verstorben. Ich habe leider nicht mitbekommen, was der kurze Knirps für einen Namen hat. Jedenfalls war er so schmusig, dass es nicht möglich war, ihn vernünftig zu knipsen. Achtung: Nasenfoto-Alarm :-)

Ganz besonders ans Herz legen möchte ich die liebe Clarissa. Sie ist einfach nur schön. Sie hat tolles Fell, wunderschöne Augen, ist verschmust, anhänglich, einfach klasse. Ihr fehlen die Hüftpfannen, dadurch läuft sie hinten etwas wackelig. Sie kann aber trotzdem mit ihren Gehegemitbewohnern toben. Dann merkt man ihr gar nicht an, dass ihr etwas fehlt. Clarissa sucht eine Pflegestelle, damit sie eine OP bekommen kann.

Unseren Tag haben wir abends mit Pasta ausklingen lassen. Wir werden gleich mit Ohrwürmern einschlafen, denn es lief Modern Talking rauf und runter („You´re my heart, you´re my soul“ :whistle: )

Netz_9729Wir berichten morgen weiter :-)
Liebe Grüße aus Miercurea CiucAnna

 

Adventskalender: DIY Geschenke für die Katz

Uaaaah, morgen ist schon Heilig Abend. Das 23. Türchen geht auf und ihr habt für eure Fellnasen noch nichts unterm Baum? Wir helfen mit unseren kleinen Bastelanleitungen für schnell gemachte, günstige Katzenspielzeuge – aus Klopapierrollen.

Klopapierbasteln11. Die Futterpyramide

Man nehme: ausreichend Klopapierrollen und Kleber (ich habe die Heißklebepistole zur Hand genommen). Dann werden die Rollen mit Klebepunkten aneinander befestigt. Wenn die Pyramide steht, kann man Leckerchen in den Röhren verstecken. Die Katze muss sie mit den Pfoten angeln um zu Schlemmen.

Klopapierbasteln22. Die Futterbecher

Die Futterspielzeuge lassen sich natürlich individuell variieren. Für diese Variante haben wir Klopapierrollen halbiert und zusammen geklebt.

Klopapierbasteln33. Die Futterrolle

Ein Futterspielzeug ohne zu kleben, ganz einfach und schnell gemacht. Die Enden einer Klopapierrolle werden so geknickt, dass die Rolle geschlossen wird. Dann kann man in noch Löcher in die Rolle schneiden. Leckerchen rein und die Katze muss das Spielzeug rollen um an die Leckerchen zu kommen.

Klopapierbasteln44. Die Bällchen

Schneidet man die Klopapierrolle in Streifen und steckt diese dann ineinander erhält man einen Ball. Der kugelt lustig, dadurch dass er nicht ganz rund ist. Das macht riesigen Spaß.

Klopapierbasteln85. Die Rollscheibe

Wenn man die kleinen Streifen knickt und in einen anderen Streifen steckt ergibt das eine recht stabile Scheibe, die gut rollen kann. Die können Katzen schön durch die Wohnung schießen.

Klopapierbasteln56. Die Angel

Die Klopapierrolle wird oben geknickt. Dann wird ein Loch durch die beiden „Knickohren“ gemacht um ein Band durchzufädeln. (Unter die Knickohren kommt ein Knoten ins Band, damit es nicht durch rutscht). Jetzt kann man in das andere Ende der Rolle kleine Strefchen schneiden. Das gibt ein tolles Geräusch wenn die Katze die Angel fängt.

Klopapierbasteln6Fertig!!! Jezt können ein paar tolle Geschenke für die  Miezen unter den Weihnachtsbaum.

Klopapierbasteln7Viel Spaß beim Ausprobieren!

Adventskalender: Wenn eine Kerze fehlt

Im 17. Türchen veröffentlichen wir einen persönlichen Nachruf. Dem Tierheimlädchenteam fehlt seit diesem Sommer ein wertvolles Mitglied: Unsere Miezi.

Miezi_0313Miezi hat einen ausführlichen Nachruf verdient, aber bislang fanden wir nicht die richtigen Worte. Zumindest nicht die Worte, die ihr angemessen wären, aber heute versuchen wir es.

Miezi_0190Als Miezi in Martinas Leben trat, begann Martina einen normalen Tag. Sie dachte nicht, dass ihr etwas Tragisches passieren würde. Sie dachte auch nicht, dass sich an diesem Tag ihre Welt verändern würde. Und sie dachte nicht, dass hinter einer großen Aufgabe ein wundervolles Geschenk warten würde.

Martina fuhr in ihrem Wagen auf einer Landstraße. Von weitem sah sie schon etwas Weißes auf der Straße liegen. Als sie näher ran kam, sah sie diese weiße Katze, sichtlich angefahren und hilflos, aber lebend! Sie drehte ihren Wagen, um schnell helfen zu können, aber die folgenden Autos fuhren einfach weiter über dieses arme Wesen. So schockiert und fassungslos trug sie die hilflose Katze zum Auto und danach zum Tierarzt. Da war sie, die Tragödie, an die sie nie gedacht hätte.

Der Tierarzt sah eine Chance Miezi am Leben zu halten. Allerdings war klar: Eine gesunde Katze würde sie nie sein. Martina wurde vor eine Wahl gestellt: Wenn sie und ihr Mann der Katze kein Zuhause geben würden, wäre es für sie kein würdiges Leben. Dann hätte man ihr Leben beendet, denn ihr Darm war zerstört, sie würde gelähmt bleiben, im Tierheim hätte es kaum eine Chance für sie gegeben. Es veränderte Martinas Welt, aber sie und ihr Mann nahmen das in Kauf. Miezi sollte leben. Dieser Unfall sollte nicht das Letzte in ihrem Leben sein.

Miezi_0290Miezi wurde operiert, der Darm wieder hergestellt, ihre Beine gerichtet und Miezi lebte. Miezi wollte leben! Sie war nun geschätzt 1 Jahr. Der Tierarzt gab ihr noch gute 5 Jahre. Sie konnte sich nicht alleine leeren, daher lernten Martina und Michael wie man einer Katze die Blase ausdrückt und wie man Einläufe macht. Sie richteten Miezi ihr eigenes Zimmer, mit Wärmelampe und wasserfestem Boden. Miezis eigener Rückzugsort an dem sie Stärke tankte und aus den ihr vorgesehenen 5 Jahren tatsächlich 16 Jahre machte!

Miezi war eine Kämpferin, ein Phönix, immer wieder richtete sie sich auf und sagte der Welt „Ich will leben!“ Jede Krankheit machte sie nur stärker. Sie war etwas ganz besonderes und wir alle haben zu ihr aufgesehen.

Ihr liebstes Hobby war der Garten. Der Baum, an dem sie ihre Krallen wetzte. Der Strandkorb, in dem sie gerne schlief. Das Beet, in dem sie eine perfekte Liegekuhle gelegen hatte.

Was sie auch liebte war Wellness. Sie vergab einem alles, wenn man sie mit ihrer Lieblingsbürste (mit extra weichen Borsten) streichelte. Ihr Lieblingsplatz war ihr Körbchen in der Küche nahe der Heizung, oder auf einer Sitzbank wenn Martina dort Platz nahm. Denn dann bekam sie extra Streicheleinheiten. Ihr Lieblingsessen waren Katzenpudding und Hühnchenschenkel.

Miezi hatte zahlreiche Fans. Manche wurden gleichzeitig auch ihr Pflegepersonal, ganz besonders ihre beste Freundin Frau A. die in jedem Urlaub für Martina einsprang und zu Miezi zog. Ganz selbstverständlich, denn Miezi nahm ein riesigen Platz im Herzen ein.

Miezi_0187Miezi wusste genau was sie wollte. Streichelte man nicht richtig, konnte man auch mit Krallen, Anmeckern oder einem Biss rechnen. Aber das war ganz egal. Denn Miezi war eben Miezi. Eine Heldin. Unsere Heldin.

Bei ihrer letzten Krankheit ließen Martina und Michael sie gehen. In ihren Augen war zu sehen, dass sie nun bereit war. Sie ging würdevoll, ruhig, mit dem was sie am meisten liebte: Streicheleinheiten. Wenn jeder etwas mit in den Himmel nehmen darf, dann hat Miezi ihre Bürste mitgenommen. Ausreichend Personal wird sie auch dort haben, da sind wir uns sicher. Für uns wird sie sich ewig bürsten lassen und laut schnurren. So laut, dass auch wir sie hören. Ewig!

Adventskalender: Ein ehemaliges Laborkaninchen erzählt

Das ehemalige Laborkaninchen Lisbeth erzählt… :mail:

„Für mich ging dieses Jahr ein ganz tolles Türchen auf…..
Aber erzählen wir von vorne. Ich bin Lisbeth und wurde vor fast einem Jahr in einem Versuchslabor geboren. Zum Glück hat man mit mir nicht so schlimme Tests gemacht. So hat sich das Labor entschieden, dass ich nach den Tests in die Freiheit entlassen werde – sofern sich denn jemand für mich interessiert.

alle LaborisWieder hatte ich Glück, denn es gibt eine engagierte Truppe, die Kaninchen wie mich aus dem Labor aufnimmt und für uns ein schönes Zuhause sucht. Am 14.11.2015 war es dann soweit und die Laborausgangstür öffnete sich. Es war wahnsinnig aufregend. Wir waren zu acht: Alles weiße Neuseeländerinnen.

Damit man uns auseinanderhalten konnte, bekamen wir erst einmal jeder Lebensmittelfarbe-Punkte aufs Fell, ich hatte zwei Rote.

3 Laboris nach FreilassungErstmals durfte ich an anderen Kaninchen schnuppern, konnte rumhoppeln und überall lag was zu essen, das ich nicht kannte. Die Menschen redeten von Dill, Petersilie, Möhrengrün, Sellerie, Möhren, Apfel usw. – keine Ahnung, ich werde mal vorsichtig riechen. Von den vielen Eindrücken waren wir alle ganz schnell müüüüde.

Damit die Hilfe für die Laborkaninchen funktioniert, gibt es im Hintergrund zusätzlich einige Pflegestellen, die uns bis zur Vermittlung beherbergen.

Also zog ich nach ein paar Tagen auf eine Pflegestelle. Meine Pflegemama war ganz begeistert von mir, weil ich so lieb war und so gern gekuschelt habe. Nur ich fühlte mich etwas einsam, denn meine Artgenossen waren nicht mitgekommen.

Was ich nicht wusste, war, dass sich schon Kaninchenbesitzer gemeldet hatten, die mich als 3. Kaninchen in freier Wohnungshaltung aufnehmen wollten und ich nur kurz allein war.

Lisbeth_7454Im endgültigen Zuhause war ich dann völlig überrascht: Mich gibt es ja noch in viel kleiner und bunt gemustert – und das ist keine Lebensmittelfarbe :yahoo: .

Lisbeth kuschelt1Die sehen ja witzig aus. So richtig für voll habe ich sie am ersten Tag nicht genommen und wollte gleich mal Chefin sein. Schnell hatten wir uns zusammengerauft und die Kleinen haben entdeckt, dass ich so groß bin, dass man sich fast unter mir verstecken kann :good: .

Ich verabschiede mich mit vielen glücklichen Grüßen aus meinem neuen Riesenzuhause und habe noch eine Bitte an Euch Leser:

Wenn Ihr oder Bekannte von Euch ein (oder mehrere) Kaninchen für eine schöne geräumige Haltung sucht, dann denkt doch bitte mal an meine Kollegen im Labor. Denn die kommen nur frei, wenn die Labori-Helfer die Tiere auch immer wieder weitervermitteln können. Schaut doch einfach mal auf diese Website oder bei facebook unter „Ein Herz für Laborkaninchen“.Lisbeth kuschelt2Das ganze Jahr über geben verschiedene Labore Tiere in ganz Deutschland frei. Daher suchen auch immer wieder Ex-Laboris ein neues Zuhause. Ich hoffe, dass noch viel mehr meiner Laborkollegen eine neue Chance bekommen.

Viele Grüße
Eure Lisbeth“

 

Adventskalender: Ein Besuch im Lobo Park

Die Tür Nummer 11 geht auf und sie heult…

Wir haben dieses Jahr unseren Urlaub in Andalusien verbracht und einen ganz besonderen Ort besucht: Den Lobo Park in Antequera. Dort leben 4 Wolfsarten in riesigen Gehegen auf insgesamt 400.000 Quadratmetern.Lobopark_5361Das eigentliche Ziel des Parks: Wölfe möglichst mit natürlichen Verhaltensweisen zu beobachten. Deswegen hatten nur die beiden Gründer des Parks (Daniel Weigend und Alexandra Stieber) direkten Kontakt zu den Wölfen. Wer den Park besucht, kann nur in begleiteten Führungen durch den Park gehen um die Wölfe nicht zu stören. Die Touren finden 4 Mal am Tag statt.

Lobopark_5475Wir sind hingefahren und haben an einer Tour teilgenommen. Zuerst haben wir den Nicht-Wölfischen-Bereich besichtigt. Dort leben zum größten Teil gerettete und adoptierte Tiere, die in dem Park ein neues Zuhause gefunden haben. Schweine, Ziegen, Füchse, und Co. leben hier. Hier warten viele Lebensgeschichten, die es definitiv wert sind gehört zu werden. Wir haben uns sofort in ein Hängebauchschwein verliebt, dass sein Leben zuvor in einer kleinen Wohnung verbrachte.

Dann ging es zu den Wölfen. Zuerst begegneten wir Hudson, einem Timberwolf aus dem Zoo Amsterdam. Er ist in den Lobo Park gezogen um bald mit Nukka zusammen ein Rudel zu bilden. Nukka ist eine Alaska Tundra Wölfin, eine der wenigen lebenden Wölfinnen ihrer Spezies. Die Alaska Tundra Wölfe sind vom Aussterben bedroht. Es wurde kein weiterer Alaska Tundra Wolf für sie gefunden, also wird Hudson bald ihr Partner. Wir drücken die Daumen für eine erfolgreiche Zusammenführung.

Dann wartete auf uns ein 5-Köpfiges Rudel europäischer Wölfe. Die Führung ging übrigens vorbei an Aussichtspunkten. Die Wölfe sind diese Führungen gewöhnt und warten an diesen Stellen auf ein paar Leckereien, die dann von den Parkmitarbeitern über den Zaun geworfen werden. Eine schöne Lösung um Besuchergruppen zu ermöglichen und dennoch einen großzügigen, natürlichen Lebensraum zu gewährleisten.

Das letzte Rudel auf unserer Tour waren die iberischen Wölfe. Ansässig vor allem in Spanien und Portugal sind sie eine Unterart der europäischen Wölfe. Zwölf Rudelmitglieder zeigten vor unseren Augen Gemeinschaft, aber auch kleinere Streitigkeiten. Es war sehr beeindruckend das Verhalten untereinander zu beobachten.

Wie wunderschön Wölfe sind! Wie wunderschön dieser Ort ist!
Wir sind froh dort gewesen zu sein. Ein aus unserer Sicht tiergerechter Ort, an  dem man viel über eine beeindruckende Tierart lernen kann. Wer mal in der Nähe ist, sollte mal einen Abstecher machen ;-)