Im Urlaub Tierfreund sein

Heute habe ich einen Gastbeitrag für euch. Unser Freund Klaus war auf Malta, hat ein Tierheim vor Ort besucht und für uns alle seine Eindrücke festgehalten. Viel Spaß beim Lesen und am Besten gleich im nächsten Urlaub nachmachen.


Mein Besuch des Tierheims der AAA (Association for Abandoned Animals) im Mai 2017

Das maltesische Volk ist als streng katholisch bekannt. Dort hat jedes Dorf eine große und reich ausgeschmückte Kirche, deren Bau meistens von den Bewohnern selbst finanziert wurde. Nicht nur das, viele Malteser gehen jeden Tag in die Kirche – zum Teil auch mehrfach. Daher könnte man jetzt annehmen, dass ihnen die Werte wie Nächstenliebe und Mitgefühl auch in Bezug auf Tiere bekannte Begriffe sind. Davon ist leider wenig zu spüren. Zwar ist es mittlerweile durch den EU-Beitritt so gut wie verboten, auf Zugvögel zu schießen und dennoch hört man hier und da eindeutige Schüsse. Die für die Jagd eingesetzten Hunde werden unter jämmerlichen Bedingungen gehalten und oft „entsorgt“, wenn sie alt und nicht mehr einsetzbar sind. Oft liegen an den Straßenrändern angefahrene Hunde und Katzen, die von vielen Maltesern nicht beachtet und ihrem Schicksal überlassen werden.


Da tut es dann doch gut, zu hören, dass es Organisationen wie die der SPCA Malta, der AAA Malta und viele Tierheime gibt, die sich dieser armen Kreaturen annehmen. Und sie haben gut zu tun.

Schon vor meinem Urlaub setzte ich mir das Ziel, die Tierauffangstation der AAA in der Stadt Hamrun zu besuchen. Nach freundlichen Kontakten zur Organisation und meinen Urlaubsvorbereitungen ging es endlich los. Zunächst war es gar nicht so einfach, das Tierheim zu finden. Mein Taxifahrer musste Rosalind (eine der vielen für die AAA ehrenamtlich Arbeitenden) gleich mehrfach anrufen und sich leiten lassen. Das war nicht so einfach, weil die Straßen im Industriegebiet Marsa (dort befindet sich die Station) keine Namen tragen.

Der erste Anblick des Tierheims hat mich zunächst etwas erschreckt: Engmaschige Gitter, Betonböden und das Gebell von 80 Hunden nebst ausbesserungsfähigem Interieur. Es sind eben kleine Mittel, die vor Ort zur Verfügung stehen. Aber schnell wurde ich eines Besseren belehrt. Keiner der Hunde war verhaltensauffällig, alle sprangen fröhlich an mir hoch und beschnupperten mich schwanzwedelnd. Rosalind (trotz des urdeutschen Namens eine waschechte Malteserin) freute sich – wie auch die Hunde – sichtlich über meinen Besuch.

Zum Zeitpunkt meiner Anwesenheit hatten die großen Hunde Auslauf. Wenn die großen Hunde in ihre Gehege zurückkehren, bekommen die kleinen Hunde ihre Türen geöffnet. So ist für jeden Hund der Auslauf garantiert. Der Betonboden wird der Hitze wegen stets mit Wasser nassgehalten. Besonders rührend fand ich ein Gehege, in dem eine Hündin mit ihrem nicht mehr ganz so jungem Welpen lebt. Rosalind hofft, dass man irgendwann beide zusammen vermitteln kann, denn die beiden scheinen unzertrennlich zu sein.

Als ich sah, wie fröhlich und munter die Lakritznasen waren, verging jegliche Sekpsis. Kein einziger Hund schien mir traurig oder deprimiert zu sein. Hinzu kommt, dass alle Freiwilligen sehr liebevoll mit den Vierbeinern umgehen.

Am Schluss habe ich meinen gut gefüllten Rucksack ausgepackt und die mitgebrachten Leckerchen übergeben. Im Gegenzug habe ich sogar zwei Dinge aus dem Tierheim mitgenommen – erstens ein sicheres Gefühl, dass es den Hunden trotz dürftiger Bedingungen gut geht und zweitens einen kleinen Riss in meiner Jeans, den ich mir an einem hervorstehenden Drahtende eingefangen habe. Dieses Loch trage ich ab sofort als eine schöne Erinnerung an einen lohnenswerten Besuch bei engagierten Leuten, die sich um rundum fröhliche Hunde kümmern.


An dieser Stelle schonmal: Danke Klaus für deinen Besuch und deine Unterstützung vor Ort! Wir hoffen, dass sich viele Menschen anstecken lassen und in ihrem Urlaub die Tierschützer vor Ort unterstützen!

Rumänien 2016 Tag 4

Heyho,

der letzte Tag ist auch vorüber :-(
Wie gehabt, der Tag begann am Haus und mit Sonnentanken der Haushunde. Hier wieder vier Hunde, die hier leben und es sich gut gehen lassen:

Depardieu, Depardieu, Depardieu… Wir sind zu ihm rein zum Fototermin. In einer Gehegeecke kam er richtig schön zur Ruhe und hat mit uns gekuschelt. Er legte sich hin, ließ sich überall krabbeln und genoss die Zuwendung. Er ist wirklich ein bildschöner Hund. Mittags zog dann die sanfte, große, grau-silbrige Hündin aus meinem gestrigen Beitrag bei ihm ein. Das hat echt klasse funktioniert. Zusammen ist es für die beiden jetzt viel schöner.

Levente war da! Levente transportiert die Hunde von hier nach Deutschland. Manchmal bekommt er aus Deutschland Spenden mit zurück. So war es auch jetzt. Wir haben den vollen Transporter ausgeladen und hinterher die Handtücher und Decken im Textil-Container sortiert. Da sind echt eine Menge toller Spenden zusammen gekommen.

Netz_1149Dora und Clueso haben uns die letzten Tage aus ihrem Gehege heraus angestrahlt. Heute sind wir endlich zu ihnen rein. Die beiden sind so lieb. Wir haben hier lange gekuschelt und Clueso ein bisschen gebürstet.

Agent Schnucki ist eine Staffordshire Terrier Hündin. Sie ist schon länger hier im Tierheim und darf auf Grund ihrer Rasse in Deutschland nicht einreisen. Wir haben hier eine liebe Hündin kennengelernt, die es genießt ein bisschen runter zu kommen. Ich mag sie sehr gerne.

Welpenalarm! Wir haben ein paar Welpen fotografiert. Wusel-, Knutsch- und Spielzeit war natürlich mit dabei. So wie es sich für Hundebabys gehört.

Wir waren mit Bruno spazieren. Bruno ist mein Patenhund und in seinem Gehege leider total gestresst. Am Gehegezaun dreht er momentan völlig durch. Seine Stütze ist Czilla. Sie sagte, er sei wie sie, in dem kleinen Raum ist er panisch, wenn er spazieren geht, kommt er runter. Keine 5 Meter vom Tierheim entfernt, lief da ein anderer Hund mit uns mit. Es war schön, ihm ein bisschen Ruhezeit geben zu können. Ich wünsche mir für ihn so sehr, dass er sich nicht mehr so stresst.

Wir haben hier übrigens nicht nur Hunde kennengelernt und lieb gewonnen. Über die Wintermonate wohnt Siras im großen Auslauf des Tierheims. Er mag sehr gerne Äpfel und Möhren und ist den Hunden gegenüber total relaxt. Wenn die Auslaufhunde ihn ab und an ausbellen stört ihn das ganz und gar nicht. Seine Geschichte könnt ihr hier lesen.

Netz_5573_nZum Abschluss durfte ein Gruppenfoto nicht fehlen. Wir wollen nämlich gemeinsam Danke sagen, für die riesige Spendensumme, die ihr mit uns auf die Beine gestellt habt. Von links nach rechts: Maren und Anna mit Rex, Janin mit Lunis, Sabine mit Zauselotte und Meli mit Sky und Linvah. Wir alle sagen DANKE!

Netz_1234Der von euch bezahlte Kies wird im Tierheim in Haufen aufgeschüttet. Die Arbeiter holen dann nach und nach ein paar Schubkarren weg und verteilen sie auf die Gehege. So können Matsch-Ebenen eliminiert werden und gegrabene Löcher gestopft werden. Auch mit diesem Foto sagen wir Danke für die Möglichkeit neuen Kies zu ordern! Auf dem Kiesberg seht ihr von links nach rechts: Meli, Janin, Maren, Bundas, Anna und Sabine.

Netz_1247An dieser Stelle muss man ein riesiges Lob aussprechen: Meli und Sabine haben hier einen wundervollen Ort auf die Beine gestellt. Sie leisten jeden Tag hervorragende Arbeit, sie kennen hier jeden Hund mit seinen Besonderheiten und machen das Leben für hunderte tolle Seelen besser. Zieht euren Hut vor diesen Mädels. Es war uns eine Ehre euch ein paar Tage zu begleiten!

Wir werden die Zeit hier echt vermissen. Jeder Tag war vollgepackt mit neuen Geschichten und Begegnungen. Wir nehmen auf dem Heimweg sehr viele Hunde im Herzen mit nach Hause.

Viele Grüße
Anna

Rumänien 2016 Tag 3

Hallo zusammen,

unser dritter Tag hier in Miercurea Ciuc ist auch vorbei. Es ist wieder Zeit für einen Tagebucheintrag. Der Tag begann wie immer am Haus. Schon morgens kam die Sonne heraus und lud die Haushunde zum Entspannen ein. Auf dem Bild seht ihr Cordy (vorne rechts), Rex (hinten rechts), Linvah (vorne links) und Zauselotte (hinten rechts). Und Janin ganz rechts ;-)

Netz_0604Heute zeigen wir euch wieder vier Hunde vom Haus, alle vier schmusebedürftig. Menocino ist bekannt als der Welpenversteher, Cordy ist ein kleines, liebes Igelchen, Zauselotte kam von einer Futterstelle ins Tierheim und Livnah ehemals aus Slatina. Bei Linvah kann man sich nicht vorstellen, wie sie zu Anfangs ausgesehen hat. An ihr konnte man gut erkennen, was Slatina für ein schlimmer Ort war. Ihr könnt ihre ersten Bilder hier sehen.

Nachdem wir Halsbänder sortiert haben (nach klein, mittel und groß) sind wir mit Bürsten und Scheren zu Funny und Fitzko. Ihr Fell liebt Filz. Vor allem bei Funny muss einiges runter. Wir werden morgen weiter machen. Die beiden großen Schmusebären haben die Zuneigung jedenfalls genossen.

Netz_0621Wir hatten einen Fotoauftrag. Die Welpengruppe um Lakritz (Man merkt sie sich sofort wegen ihrem auffallendem Gesicht) sollte neue Bilder bekommen. Also rein mit uns in die Wuselstube. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir wurden von oben bis unten beschlabbert, beklettert und beschmust. Das schönste Gefühl?!? Wenn die Welpis neben einem zur Ruhe kommen. Im Gehege ist auch Herpin, ein junger Hund aus Slatina, der zunächst sehr schüchtern war. Da merkt man nicht mehr viel von. Er kam direkt auf uns zu und erfreute sich über Leckerchen.

Wir haben auch mit unserem Geschirrtraining weiter gemacht. Allerdings ist Meli definitiv geübter und talentierter dabei. Während wir zig Leckerchen und guten Willen nutzten um die Skepsis vor dem Geschirr zu lösen, war Meli in wenigen Minuten erfolgreich. :yahoo:   Nahani fand das Geschirr zwar etwas gruselig, aber machte sich für die erste Erfahrung in dem Geschirr echt prima. Weiter so, Nahani!

Netz_0615Wir haben noch Struppi, Meg und Sabine besucht. Bei Sabine wusste man eine Zeit lang nicht, ob sie überhaupt noch da war. Sie war nur versteckt und ängstlich. Davon ist nichts mehr zu sehen. Sabine blieb als wir ins Gehege kamen. Sie nahm zusammen mit Meg Leckerchen aus der Hand, ging dann aber wieder etwas auf Abstand. Wir waren sehr überrascht, weil wir für sie immerhin völlig Fremde waren.

Emerica kenne ich noch aus dem letzten Jahr. Wir haben eine Schmuseeinheit bei ihr verbracht.

Im ersten Gehege in Zone 1 ist Partytime. Vier total lustige Hunde, die alle gleichzeitig Schmusen, Knutschen und beklettern wollen. Wer gute Laune braucht, geht hier rein. Da ist sie garantiert.

Zuletzt haben wir eine recht neue Hündin besucht. Sie heißt Faha. Wenn sie an einem hoch springt, tut sie das so zart, dass man denkt, sie wäre hätte zwei Kissen als Pfoten. Trotz ihrer Größe ist sie so schön sanft. Da warten einige Schmusekilos aus kraulende Hände. Achtung: Verliebegefahr!

Das war es für heute, morgen gibt es wieder mehr.
Leider ist für uns morgen auch schon der letzte Tag im Tierheim.
Wir werden die Tage hier sicherlich sehr vermissen.

Liebe Grüße
Anna

Rumänien 2016 Tag 2

Hallo ihr Lieben,

der zweite Tag hier in Miercurea Ciuc liegt hinter uns. Auch heute ist viel passiert. Wie immer begann unser Tag am Haus. Hier zeigen wir euch weitere vier Hunde, die am Haus leben.

Ein besonderer Fund bewegte uns heute. Ein sehr lieber Arbeiter, der für die Welpen zuständig ist, pflegt einen richtigen Notfall. Dieser kleine Bube wurde auf einem Spielplatz, in einer Plastiktüte im Müll gefunden. Er ist erst ein paar Tage alt, hat die Augen noch nicht geöffnet und ist bisher ganz tapfer. Wir hoffen so sehr, dass er durch kommt. Was für Menschen machen so etwas?!?

Netz_0157Wir versuchen Nahani und Melango ein Geschirr näher zu bringen. Sie sind sehr lustig drauf und freuen sich um die zahlreichen Leckerchen die sie sich erarbeiten können. Nahani konnte ich letztes Jahr bereits kennenlernen. Eine süße Maus und sie hat einen bildhübschen Partner an ihrer Seite.

Auch Kin wird ein bisschen an das Geschirr gewöhnt. Am Zaun macht er richtig Theater. Wenn man im Gehege ist, ist er richtig kuschelig und lieb. Wunderschön dazu. Auch ihn kenne ich noch aus dem letzten Jahr. Es wird Zeit für ein Zuhause für Kin.

Hier noch ein paar Hunde, die wir auf unserem Rundgang kennenlernen durften.

Wendelin kenne ich auch noch aus dem letzten Jahr. Der blinde Rotti-Mix wartet so sehr auf Schmuseeinheiten. Er liebt Kraulerei durch und durch und genießt es wenn jemand da ist. Wir haben ihn sehr lieb gewonnen.

Auch Dobri genießt Streicheleinheiten. Seine Freunde sind noch etwas zurückhaltender, aber neugierig. Gegen Leckerchen hat hier sowieso niemand etwas einzuwenden :-)

Ein richtiger Kuschelbär ist Jeschua. Er ist so wunderschön! Bauchkraulen fand er besonders klasse. Er steht ganz oben auf meiner Wunschliste für ein tolles Zuhause!

Jeschuas Freunde sind noch etwas zurückhaltend. Leider kenne ich nur von einem einzigen den Namen: Neal. Er kam auch aus Slatina und hatte bei seiner Ankunft nicht mehr wirklich viel Fell. Sein Bild hatte sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Nie im Leben hätte ich geglaubt, dass aus ihm so ein wunderschöner Hund wird.

Morgen geht es weiter. Wir sind ganz gespannt, was noch auf uns zu kommt. Eins ist klar: Es wird eine ganze Menge sein.

Viele Grüße
Anna

Rumänien 2016 Tag 1

Hallo ihr Lieben,

unser erster Tierheimtag liegt hinter uns. Während ich diese Zeilen tippe und die Bilder durchforste, lasse ich den ganzen Tag Revue passieren. Eigentlich muss dieser Tag mehr als 24 Stunden gehabt haben. Ob es Meli und Sabine wohl jeden Tag so geht? Wir sind es nicht gewohnt, dass innerhalb eines Tages so viel passiert.

Netz_9697Nachdem wir unsere Leckerchenration im Supermarkt aufgestockt haben, sind wir los ins Tierheim. Erstmal haben wir uns ein paar Momente am Haus eingefunden. Hier lebt eine größere Hundegruppe. Wir wurden sehr herzlich mit vielen Hundeküssen begrüßt :heart: Hier exemplarisch vier der Hunde, die am Haus leben.

Im Anschluss hat uns Sabine mit einem Rundgang viele Tiere näher gebracht. Es ist schwer sich alle einzuprägen und wir konnten auch bei weitem nicht alle Hunde richtig besuchen. Dafür sind es einfach zu viele. In mein Herz geschlossen habe ich auf jeden Fall Anatol und Ma-mu, die am Tierheim leben. Sie blicken irgendwie idyllisch auf die abgetragene Mülldeponie ums Tierheim, die sich in sehr dramatischen Abgründen und Klippen zeigt. Wenn ich sie sehe, zieht irgendwie ein Gefühl der Ruhe durch mich durch.

Das Tierheim ist in Zonen eingeteilt. In Zone 1 wurde gerade das Essen für alle Hunde vorbereitet. Hierfür wird Trockenfutter mit Essen gemischt, dass aus dem örtlichen Gefängnis abgeholt wird. Auf unserem Rundgang in Zone 1 hatten wir übrigens professionellen Begleitschutz. Zahlungsart: Leckerchen ;-)

Hier exemplarisch ein vier Hunde, die wir auf unserem Rundgang getroffen haben.

Wisst ihr was toll ist? Ich habe Bumblebee getroffen. Letztes Jahr kam sie betäubt mit einem Hundefänger ins Tierheim und wir konnten ihre ersten Schritte im Tierheim begleiten. Aus ihr ist eine klasse Hündin geworden. So stolz wie sie jetzt ist, ist nichts mehr von dem armen Wesen geblieben, dass ich letztes Jahr kennenlernen konnte.

Nach dem Rundgang folgte unsere erste Aufgabe: Finch brauchte eine neue Frisur. Ihn zierten Filzplatten, die sich wie ein Manetel um ihn legten. Auf einem Bild könnt ihr den Fellhaufen sehen, von dem wir ihn befreien konnten, Finch hat sich demonstrativ daneben gelegt. Es hat einige Stunden gedauert. Zwischen dem Schnuppern musste nämlich viel Zeit für Gesichtsküsse, Kuscheleinheiten und glückliche Seufzer eingeräumt werden. Hinterher entpuppte sich ein wunderschöner Hund, fotogen, zum Verlieben.

Finch wohnt übrigens mit Taraji zusammen. Sie hat bei seiner Fellpflege zugesehen und sich von uns entspannt kraulen lassen. Dabei ist sie sogar einmal kurz eingeschlafen. Eine so süße Hündin, die zwischendurch echt cool rumgezockt hat, aber auch wieder runterfahren konnte.

Danach haben wir uns in ein Gehege gesetzt, in dem Hunde aus der ehemaligen „Hundehölle Slatina“ wohnen. Wer mag, kann Slatina googlen, aber es werden keine schönen Bilder sein. Diese vier hier sind Teil einer Vielzahl von Hunden, die Brunopet aus diesem Tierheim übernahm. Die vier sind etwas zurückhaltender, aber wir konnten als Fremde sogar Streicheleinheiten an ein paar der Hunde verteilen. So wunderschöne Hunde. Wie kann man solchen Geschöpfen nur weh tun… Gut, dass sie jetzt hier sind. Jetzt ist ihre Welt in Ordnung.

Welpen durften heute natürlich auch nicht fehlen. Eine eher schüchterne Mami mit 5 wuseligen Fellbabys, 2 Mädels, 3 Jungs. Sie sind ca. einen Monat alt und so süß tollpatschig. Ihnen zuzusehen wie sie die Welt kennenlernen, alles ausprobieren, beim Spielen miteinander kugeln,… Das macht das Leben gleich schöner. Einfach herzig!

Heute kam ein neuer Hund an. Seine Besitzer sind wohl verstorben. Ich habe leider nicht mitbekommen, was der kurze Knirps für einen Namen hat. Jedenfalls war er so schmusig, dass es nicht möglich war, ihn vernünftig zu knipsen. Achtung: Nasenfoto-Alarm :-)

Ganz besonders ans Herz legen möchte ich die liebe Clarissa. Sie ist einfach nur schön. Sie hat tolles Fell, wunderschöne Augen, ist verschmust, anhänglich, einfach klasse. Ihr fehlen die Hüftpfannen, dadurch läuft sie hinten etwas wackelig. Sie kann aber trotzdem mit ihren Gehegemitbewohnern toben. Dann merkt man ihr gar nicht an, dass ihr etwas fehlt. Clarissa sucht eine Pflegestelle, damit sie eine OP bekommen kann.

Unseren Tag haben wir abends mit Pasta ausklingen lassen. Wir werden gleich mit Ohrwürmern einschlafen, denn es lief Modern Talking rauf und runter („You´re my heart, you´re my soul“ :whistle: )

Netz_9729Wir berichten morgen weiter :-)
Liebe Grüße aus Miercurea CiucAnna

 

Adventskalender: Ein ehemaliges Laborkaninchen erzählt

Das ehemalige Laborkaninchen Lisbeth erzählt… :mail:

„Für mich ging dieses Jahr ein ganz tolles Türchen auf…..
Aber erzählen wir von vorne. Ich bin Lisbeth und wurde vor fast einem Jahr in einem Versuchslabor geboren. Zum Glück hat man mit mir nicht so schlimme Tests gemacht. So hat sich das Labor entschieden, dass ich nach den Tests in die Freiheit entlassen werde – sofern sich denn jemand für mich interessiert.

alle LaborisWieder hatte ich Glück, denn es gibt eine engagierte Truppe, die Kaninchen wie mich aus dem Labor aufnimmt und für uns ein schönes Zuhause sucht. Am 14.11.2015 war es dann soweit und die Laborausgangstür öffnete sich. Es war wahnsinnig aufregend. Wir waren zu acht: Alles weiße Neuseeländerinnen.

Damit man uns auseinanderhalten konnte, bekamen wir erst einmal jeder Lebensmittelfarbe-Punkte aufs Fell, ich hatte zwei Rote.

3 Laboris nach FreilassungErstmals durfte ich an anderen Kaninchen schnuppern, konnte rumhoppeln und überall lag was zu essen, das ich nicht kannte. Die Menschen redeten von Dill, Petersilie, Möhrengrün, Sellerie, Möhren, Apfel usw. – keine Ahnung, ich werde mal vorsichtig riechen. Von den vielen Eindrücken waren wir alle ganz schnell müüüüde.

Damit die Hilfe für die Laborkaninchen funktioniert, gibt es im Hintergrund zusätzlich einige Pflegestellen, die uns bis zur Vermittlung beherbergen.

Also zog ich nach ein paar Tagen auf eine Pflegestelle. Meine Pflegemama war ganz begeistert von mir, weil ich so lieb war und so gern gekuschelt habe. Nur ich fühlte mich etwas einsam, denn meine Artgenossen waren nicht mitgekommen.

Was ich nicht wusste, war, dass sich schon Kaninchenbesitzer gemeldet hatten, die mich als 3. Kaninchen in freier Wohnungshaltung aufnehmen wollten und ich nur kurz allein war.

Lisbeth_7454Im endgültigen Zuhause war ich dann völlig überrascht: Mich gibt es ja noch in viel kleiner und bunt gemustert – und das ist keine Lebensmittelfarbe :yahoo: .

Lisbeth kuschelt1Die sehen ja witzig aus. So richtig für voll habe ich sie am ersten Tag nicht genommen und wollte gleich mal Chefin sein. Schnell hatten wir uns zusammengerauft und die Kleinen haben entdeckt, dass ich so groß bin, dass man sich fast unter mir verstecken kann :good: .

Ich verabschiede mich mit vielen glücklichen Grüßen aus meinem neuen Riesenzuhause und habe noch eine Bitte an Euch Leser:

Wenn Ihr oder Bekannte von Euch ein (oder mehrere) Kaninchen für eine schöne geräumige Haltung sucht, dann denkt doch bitte mal an meine Kollegen im Labor. Denn die kommen nur frei, wenn die Labori-Helfer die Tiere auch immer wieder weitervermitteln können. Schaut doch einfach mal auf diese Website oder bei facebook unter „Ein Herz für Laborkaninchen“.Lisbeth kuschelt2Das ganze Jahr über geben verschiedene Labore Tiere in ganz Deutschland frei. Daher suchen auch immer wieder Ex-Laboris ein neues Zuhause. Ich hoffe, dass noch viel mehr meiner Laborkollegen eine neue Chance bekommen.

Viele Grüße
Eure Lisbeth“

 

Adventskalender: Ein Besuch im Lobo Park

Die Tür Nummer 11 geht auf und sie heult…

Wir haben dieses Jahr unseren Urlaub in Andalusien verbracht und einen ganz besonderen Ort besucht: Den Lobo Park in Antequera. Dort leben 4 Wolfsarten in riesigen Gehegen auf insgesamt 400.000 Quadratmetern.Lobopark_5361Das eigentliche Ziel des Parks: Wölfe möglichst mit natürlichen Verhaltensweisen zu beobachten. Deswegen hatten nur die beiden Gründer des Parks (Daniel Weigend und Alexandra Stieber) direkten Kontakt zu den Wölfen. Wer den Park besucht, kann nur in begleiteten Führungen durch den Park gehen um die Wölfe nicht zu stören. Die Touren finden 4 Mal am Tag statt.

Lobopark_5475Wir sind hingefahren und haben an einer Tour teilgenommen. Zuerst haben wir den Nicht-Wölfischen-Bereich besichtigt. Dort leben zum größten Teil gerettete und adoptierte Tiere, die in dem Park ein neues Zuhause gefunden haben. Schweine, Ziegen, Füchse, und Co. leben hier. Hier warten viele Lebensgeschichten, die es definitiv wert sind gehört zu werden. Wir haben uns sofort in ein Hängebauchschwein verliebt, dass sein Leben zuvor in einer kleinen Wohnung verbrachte.

Dann ging es zu den Wölfen. Zuerst begegneten wir Hudson, einem Timberwolf aus dem Zoo Amsterdam. Er ist in den Lobo Park gezogen um bald mit Nukka zusammen ein Rudel zu bilden. Nukka ist eine Alaska Tundra Wölfin, eine der wenigen lebenden Wölfinnen ihrer Spezies. Die Alaska Tundra Wölfe sind vom Aussterben bedroht. Es wurde kein weiterer Alaska Tundra Wolf für sie gefunden, also wird Hudson bald ihr Partner. Wir drücken die Daumen für eine erfolgreiche Zusammenführung.

Dann wartete auf uns ein 5-Köpfiges Rudel europäischer Wölfe. Die Führung ging übrigens vorbei an Aussichtspunkten. Die Wölfe sind diese Führungen gewöhnt und warten an diesen Stellen auf ein paar Leckereien, die dann von den Parkmitarbeitern über den Zaun geworfen werden. Eine schöne Lösung um Besuchergruppen zu ermöglichen und dennoch einen großzügigen, natürlichen Lebensraum zu gewährleisten.

Das letzte Rudel auf unserer Tour waren die iberischen Wölfe. Ansässig vor allem in Spanien und Portugal sind sie eine Unterart der europäischen Wölfe. Zwölf Rudelmitglieder zeigten vor unseren Augen Gemeinschaft, aber auch kleinere Streitigkeiten. Es war sehr beeindruckend das Verhalten untereinander zu beobachten.

Wie wunderschön Wölfe sind! Wie wunderschön dieser Ort ist!
Wir sind froh dort gewesen zu sein. Ein aus unserer Sicht tiergerechter Ort, an  dem man viel über eine beeindruckende Tierart lernen kann. Wer mal in der Nähe ist, sollte mal einen Abstecher machen ;-)

Adventskalender: Scheunenzauber im Tierheim Wipperfürth

Mit dem dritten Türchen gibt es einen Festbericht: Wir waren beim Scheunenzauber des Tierheim Wipperfürth. Am 22.11. waren wir vor Ort und haben zum ersten Mal das Tierheim gesehen.

Netz_6196Schon die Fahrt zum Tierheim durch das bergische Land über Hügel und Täler war ein Erlebnis. Das Tierheim selbst ist ein ehemaliger Bauernhof. Auf dem nächsten Bild sehr ihr das Tierheim. Im Erdgeschoss sind Hunde untergebracht, angrenzend befindet sich ein Auslauf. In der ersten Etage sind Katzen untergebracht. Rechts könnt ihr eine Art Wintergarten für Katzen sehen. Sieht auf jeden Fall sehr katzengerecht und beqem aus.

Netz_6199Der Scheunenzauber startete natürlich in einer Scheune, in der sonst die Schweine (Das Tierheim beherbergt auch Nutztiere) untergebracht sind. Das Fest war mit viel Herz gestaltet, das merkte man sofort. Es gab wunderschöne Dinge zugunsten des Tierheims zu kaufen. Wir hatten uns ein Adventsgesteck ausgeguckt, aber den Fehler gemacht, es nicht sofort zu reservieren. RuckiZucki war Tisch nach Tisch leer gefegt. Es waren aber auch so schöne Gestecke, man kann es nicht verübeln.

 

Traurigkeit gabs trotzdem nicht. Passend zur Jahreszeit habe ich mich mit Handschuhen vom dem Häkel- / und Strickstand ausgestattet. Und es gab natürlich auch Leckeres auf die Gabel. Und zwar kein Fleisch, denn darauf wird während des Festes verzichtet. Es gab Käsespätzle, Crepes, verschiedene Kuchen und Torten, Heißgetränke. Einfach toll und natürlich auch sehr lecker.

Übrigens konnte man den einen oder anderen entspannten Vierbeiner entdecken.
Wir fanden es sehr gemütlich in Wipperfürth. Solltet ihr in der  Nähe wohnen: Behaltet das Tierheim und seine Feste mal im Auge. Es kann sich auf jeden Fall lohnen.

Netz_6198Wenn es passt, komen wir wieder, liebes Tierheim Wipperfürth!
Bis bald,
Euer Tierheimlädchenteam

 

 

Rumänien Tag 5: der Abschied fällt schwer

Hallo ihr Lieben,

Es geht wieder nach Hause, wir mussten Abschied nehmen. Es ist mir wirklich nicht leicht gefallen. Am Liebsten wäre ich noch dort geblieben. Man ist gerade in den Prozessen drin, konnten Meli und Sabine etwas an Arbeit abnehmen, kennt schon einige Hunde, hat sein Herz verloren und dann muss man wieder nach Hause. :-(

Mein erster Gang am Tag ging wieder zu Maley. Wir gingen mit ihm und Cat spazieren. Man merkt ihm an, dass mit jedem Spaziergang etwas mehr Last von seinen Schultern fällt. Er muss zunehmen, Muskeln aufbauen, fit werden. Ich hoffe so sehr er schafft das und darf dann in einem Zuhause wohnen. Cat war auch super souverän. Sie machte bei Manu sogar Sitz und fand es so klasse spazieren zu gehen. Auch sie wird fehlen!

Astrid und Sabine ließen Benji und Polka laufen. Ach sie sind so putzig. Polka ist ein richtiges Rabauken-Mädchen und so lustig. Benji kommt angepurzelt wenn man ihn ruft und klatscht. Es werden mal ganz feine erwachsene Hunde aus den beiden. Übrigens gab es feines Essen… mhmjammieee

Im Anschluss gingen Manu und ich noch durch einige Gehege. Zum Beispiel zu Gabriel und seiner Truppe. Gabriel ist wahnsinnig verschmust und freut sich so sehr über Zuneigung. Manu und ich durften beide ganz innig mit ihm Schmusen. Das war sehr schön. Der andere Hund auf den Bildern ist Laurena. Sie wohnt mit ihm zusammen und war zuerst etwas schüchtern. Ganz langsam näherte sie sich meinem Rücken, erschnupperte mich und schwupps, war auch hier der Knoten geplatzt. Eine sehr hübsche Hündin.

Dann gingen wir zu Kin, Filomena und Cahill. Cahill ist sehr verschmust und kommt sofort zum durchkrabbeln. Kin brauchte etwas. Aber irgendwann platzte auch hier der Knoten und wir konnten ihn etwas kraulen und bürsten. So ein lieber Kerl. Filomena fand unsere Leckerchen ganz klasse. Sie wuselte immer mal wieder um uns herum um etwas abzustauben. Wer kann so einem süßen Näschen einen Wunsch abschlagen?

Dann zeigte ich Manu die 6er-Gruppe aus Suceava und schwupps, da war auch der 6. Hund zu sehen. Ich mag diese Gruppe wirklich sehr. Man kann sie so gut beobachten. Es gibt in der Gruppe sehr zutrauliche und verschmuste Tiere, und Neugierige, bei denen der Funken noch überspringen wird. Wenn ein zutrauliches Tier wieder von uns weg geht, wird es von allen beschnuppert. Ebenso wenn wir aufstehen und weg gehen. Der Platz ist dann zum Schnüffeln da. Viele ließen sich schon anfassen. Es ist einfach so schön dort im Gehege, irgendwie entspannend.

Von ein paar Gehegen aus kann man Olga sehen. Olga lebt auf der Müllkippe neben dem Tierheim, gemeinsam mit Hunden und Katzen. Sie lebt in einer Blechhütte, seit 2 Jahren hat sie erst einen kleinen Ofen. Im Winter wird es nachts auch mal -30 Grad. Wir fragen uns, wie sie das ohne den Ofen gemacht hat. Olga lebt davon Plastikflaschen zu sammeln. Hier gibt es darauf keinen Pfand, aber einen Kilopreis für das Plastik. Wenn sie einen Sack voll hat, kann sie sich etwas zu essen kaufen. Sabine und Meli geben immer mal wieder für ihre Hunde etwas Futter, Astrid und Manu haben ihr Katzenfutter gebracht.

Dann ging es wieder spazieren. Diesmal mit Maley, Elli und Gabriel. Eine schöne Runde. Maley war hinterher ganz schön kaputt und hat tief und fest geschlafen. Gabriel fand das Gassi gehen super. Er wuselte und schnüffelte und sprang auch zwischendurch mal ins Feld um alles wahr zu nehmen.

Dann war ich bei Hugsi. Hugsis Lebensgefährtin wurde an diesem Tag an einen rumänischen Mann vermittelt. Ein KFZ-Meschaniker, der mit ihr den Tag verbringen kann. Sie kann ihn auf dem Hof begleiten. Er hat neue Gesellschaft bekommen und war sofort mit Kennenlernen beschäftigt.

miercurea_1381Das hier ist Mavel. Er kam gestern an. Ein Mann hatte ihn gefunden und brachte ihn her. Ein toller Spatz, ganz lieb und verschmust. Er kam oft angelaufen, setzte sich vor mich und guckte mich einfach nur an. Da muss man doch Kuscheln und lieb haben.

miercurea_1388Wir übergaben noch offiziell unsere gesammelten Spenden. 1000 Euro konnten wir übergeben für Kastrationen, Hundehütten und Futter. Meli und Sabine waren ganz schön aus den Socken. Damit haben sie wohl nicht gerechnet. Mit dem Geld können sie hier vor Ort Tolles leisten.

miercurea_1401Zum Abschluss des Tages gingen wir nochmal spazieren, zusammen mit Sabine. Wir befüllten die Futterstellen und genossen die Landschaft und die Gespräche. Immer mehr wurde klar: Das hier wird fehlen! Wir würden sehr gerne länger bleiben.

Auch Benji und Polka konnten wir noch einmal Tschüss sagen. Hier noch ein paar Fotos fürs Herz…

Abschließende Worte?
Ich mag wieder kommen. Vielleicht nächstes Jahr, dann aber auf jeden Fall mit mehr Zeit im Gepäck. Dann freue ich mich auf Meli und Sabine und das wundervolle Projekt hier in Miercurea Ciuc.

Bis bald,
Eure Anna Juliana

Rumänien Tag 4: Von Kastration, Flöhen und anderem Getier

Hallo ihr Lieben,

unser Tag 4 in Rumänien ist um.

miercurea_1450Der Tag begann für uns mit einer traurigen Nachricht. Susa hat es nicht geschafft. Nachdem sie gefressen hatte, waren alle sehr zuversichtlich. Sie fing allerdings nachts an fürchterlich zu weinen. Der Tierarzt stellte leberversagen fest und erlöste sie von ihrem Leid. Run free kleine Susa! Da wo du jetzt bist wirst du ohne Schmerzen und mit vielen Freunden groß.

Wir mussten das alle erstmal verarbeiten. Auch Meli und Sabine. Wer Tiere so herzlich aufnimmt, lässt sie auch herzlich gehen. Aber der Tierheimalltag geht weiter. Alle anderen Hunde brauchen Unterstützung.

Wir gingen den Hunden „Hallo“ sagen. Auch den „4 Weißen“ in Gehege 19 der Zone 3 bei denen ich gestern fotografierte. Wo gestern noch 4 waren, tauchte auf einmal Nummer 5 auf. Ich war gestern eine dreiviertel Stunde zu Besuch, dieser Hund tauchte gestern unter, heute holte er sich seine Streicheleinheiten. Ich berichtete Sabine später davon. Sie sagte es seien sogar 6 Hunde in dem Gehege. Die Hunde kommen übrigens aus Suceava, einem Tierheim in dem mittlerweile Hunde getötet werden. Ca. 2000 Hunde sind dort. Jeden Tag erreichen ca. 50 Hunde diesen Ort. Ich kann nicht in Worte fassen, was ich davon halte. Ich freue mich so sehr, dass diese Hunde hier dort entkommen sind!

Das nächste Gehege ist mit 4 Hunden bewohnt. Wir wurden freundlich und schmusig durch einen gestromten Hund begrüßt. Wir setzten uns hin und wurden dann von einem weiteren Hund vorsichtig erkundet. Ein paar Meter neben uns auf einer Hütte ruhten sich 2 weitere Hunde aus. Wir kuschelten und schenkten den scheueren Hunden ein weiteres positives Erlebnis mit Menschen.

Im nächsten Gehege warteten auch scheuere Exemplare. Wir setzten uns ins Gehege und unterhielten uns einfach. Wir wurden dabei ganz vorsichtig beobachtet und erkundet. Wir belohnten die Hunde fleißig mit Leckerchen. Der dritte Hund im Bunde wollte allerdings nicht teilnehmen. Das ist auch in Ordnung so. Jeder so wie er kann und möchte.

miercurea_0971Auf dem Weg von Gehege zu Gehege wurden wir begleitet von unserem persönlichen „Zollbeamten“, einem schwarzweißen Wuschelhund.

Wir haben ihn liebevoll so getauft, weil er auf dem Platz vor ein paar Gehegen wohnt und bei jedem Gehege, das wir betreten wollten, erst nach einem Hundekeks von der Gehegetür gewichen ist. Streicheleinheiten waren auch willkommen, aber ohne Keks ging nix. Er weiß eben wie es geht.

Ebenso fiel uns noch ein Hund auf, der das ganze Tierheim im Blick hatte. Stolz und voller Würde blickte er von einem Wellblechdach in die Ferne und strahlte eine innige Ruhe aus.

miercurea_0973Zwischen den Zonen ist ein großer Auslauf in dem mehrere Hunde leben. Hier gehen wir öfter durch um zu den Gehegen zu kommen. Einige der Hunde, die uns dort täglich begrüßen, seht ihr hier.

Wir gingen in Zone 1 um weitere Hunde zu besuchen, bei denen ich gestern fotografieren war. Ich hatte nicht von jedem Hund ausreichend Bilder machen können. Sabine (nicht verwechseln, gemeint ist die Sabine, die mit uns eingereist ist) half mir nun dabei. „Fledermausohr“ heißt übrigens Petrocelli, „Kuscheltier“ ist in Wirklichkeit Kapatana und die tolle Huskyhündin heißt Sanga. Endlich waren genug Hände für alle zum Kuscheln da.

Ähnliches erlebten wir im Gehege bei Bonnie, der dunklen Hündin, die sich über Menschen so wahnsinnig freut. Sabine räumte ein bisschen das Gehege auf. Bonnie freute sich ihres Lebens, der kleine Ruby war auch besser drauf und die kleine schwarze Hündin bekam ich auch aufs Foto. Und der kleine Stromerwelpe mit Milchbart hat auch genug Kuschelei bekommen.

In einem Gehege durften wir zwei bezaubernde Hunde kennenlernen. Beide wunderschön und super verschmust. Der Eine schön gezeichnet mit Wuschelfell, der Andere im Labbykopf mit einem Blick zum Dahinschmelzen. Wir schmusten auch hier eine ganze Weile. Als wir raus gingen blieb auch dort ein Stück Herz im Gehege zurück.

Eine der Platzhündinnen konnten wir etwas Bürsten. Ihr gefiel das so gut. Sie kam zum Striegeln und wenn man die Bürste von ihren Haaren entfernte rannte sie wie eine Irre weg und kam hinterher wieder zum weiter bürsten.

miercurea_1065Die Ruhe wurde allerdings durch einen Hundefänger gestört. Zuvor holte er sich noch seine Box aus dem Tierheim. Sabine (die Sabine aus dem Tierheim) machte ihm unmissverständlich klar, dass er schon mehr als das Doppelte an Hunden brachte als für diesen Monat abgemacht war und dass das Tierheim voll sei. Kein Hund passt mehr, es geht nicht. Er fuhr los und kam wieder. In seiner Box eine Hündin, die er mit seinem Betäubungsgewehr fing. Man muss dazu sagen, dass die Hundefänger rund 25 Euro bekommen. Davon kann man hier mit 4 Leuten im Restaurant ausreichend Essen und Trinken. Er verdient damit eine Menge und hat ein sehr großes Interesse daran viele Hunde zu finden und ins Tierheim zu bringen.

Wir setzten uns mit den zwei kleinen Welpen Benji (der Welpe der an unserem ersten Tag gebracht wurde) und Polka (der Welpe vom zweiten Tag) ins Gras uns ließen sie etwas frische Luft schnappen. Wir wollten das Benji etwas isst. Er machte Sorgen, weil er nicht so viel fraß. Allerdings konnten auch wir Benji nicht zum Futtern überreden. Er war müde und wollte seine Ruhe. Polka hingegen rockte den Platz, er riss an Pflanzen, rannte umher und freute sich über all die Zuneigung und Aufmerksamkeit. So ein süßer Fratz! Api, der Tierarzt guckte später nach Benji und bemerkte, dass er wohl einen schmerzigen Nacken hat. Er gab ihm etwas, so dass er abends auch ausreichend aß und wieder fröhlich spielte.

Ein Spaziergang stand noch an. Maley durfte wieder eine Runde gehen. Er hatte die letzten Tage nicht gemacht und die Bewegung tat ihm gut. Mit dabei war diesmal Elli, eine kleine lustige Hündin, die auch gerne plantscht. Maley wusste übrigens noch genau an welcher Stelle er gestern Leckerchen bekam und guckte mich dann erwartungsvoll an. Er muss erstmal Muskeln aufbauen der arme Kerl, an ihm ist nichts dran. Man fragt sich dann schon, wie er so gelebt haben muss. Gut jedenfalls, dass er hier ist und gut gepäppelt wird. Jedenfalls freuten wir uns jubelnd über 3 Würste, die er am Ende des Spaziergangs hinterließ.

miercurea_1129Und dann… mein Traum. Ich durfte bei einer Kastration zugucken. Da regelmäßig Hunde unter das Kastrationsmesser müssen, ist unser Spendengeld hier sehr gut angelegt. Die Hündin hier, hatte zusätzlich noch einen Mamatumor. Sie kam am Tag zuvor und sollte wegen dem Tumor sofort operiert werden. Ihr seht den Tumor auch auf den Bildern, nur gut, dass sie ihn los ist. Die Hündin war zusätzlich noch stark verfilzt. Astrid kümmerte sich um die Hündin nach der Op und befreite sie von dem Filzmantel während sie noch schlief. Sie blieb dann bis zum Aufwachen neben ihr sitzen, mit Streicheleinheiten natürlich.

Die gefangene Hündin vom Mittag schlief noch den halben Tag. Sabine sagte, die Hunde werden manchmal mit Betäubungsmitteln überdosiert. Die Fänger können nicht richtig abschätzen, wieviel Mittel sie wirklich brauchen. Die Hündin hatte wohl ein Zuhause, aber kein wirklich Gutes. Ihr Magen war gut gefüllt (das brach sie nämlich wegen der Betäubung noch alles aus). Ihr Hals ist ganz kahl, wahrscheinlich gescheuert von einem Halsband und durch Demodexmilben verschlimmert. Den Rest des Tages kümmerte ich mich um sie. Ich bürstete ihr die Flöhe und Milben aus dem Fell (es waren Hunderte), redete mit ihr, streichelte ihr den Kopf als sie wach wurde. Irgendwann stand sie dann auf und Sabine und Meli brachten sie in ihr Gehege. Als sie da so stand wurde ihr massiges Gewicht deutlich. Sie wiegt mindestens das Doppelte von dem was sie sollte. Wir haben der dicken Hummel dann den Namen Bumblebee gegeben. Zu uns war sie sehr lieb. Jetzt darf sie erstmal gesund werden.

Ich habe übrigens noch Fotos von neuen Gehegen gemacht. Ein Teil unserer gespendeten Hütten wird hier Unterschlupf finden. Es kann gar nicht mehr so lange dauern, dann dürfen dort Hunde einziehen.

Den Abschluss des Abends verbrachten wir bei unserem Stammlokal San Gennaro zusammen mit Sabine. Bei Pizza, Pasta, und Co. sprachen wir viel über ehemalige Miercurea-Hunde, die bereits in einem neuen Zuhause wohnen. Bilder wurden herum gezeigt, Geschichten erzählt. Das streichelt die Seele.

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Wenn man die Tage hier zusammenfasst, ist man irgendwie fassungslos wieviel man an einem Tag hier so erlebt. Sabine und Meli geht es hier jeden Tag so. Mal sehen was Tag 5 so bringt. Innerlich hoffe ich auf einen ruhigen Tag. Vor allem für Sabine und Meli.

Bis Bald,
Eure Anna Juliana